Wissenschaftliche Erkenntnisse zu Olivenöl

Das Olivenöl ist wissenschaftlich sehr gut untersucht und zeigt in verschiedenen Bereichen eine positive Wirkung auf die Gesundheit des Menschen. Diese Bereiche sind im folgenden:
1. Wirkung von Olivenöl auf den Fettstoffwechsel
(Lipidmetabolismus).Um eine ausgewogene gesunde Ernährung zu erzielen, muß sowohl auf die Quantität wie auch Qualität der Fettaufnahme geachtet werden. So raten moderne Ernährungswissenschaftler heute zu einer Fettreduzierung bei der Nahrungsaufnahme wie auch auf die Art des aufgenommenen Fettes zu achten. Fette (Lipide) sind aus Glycerin und Fettsäuren aufgebaut. Fettsäuren sind organische Verbindungen aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff. Olivenöl enthält einfach ungesättigte Fettsäuren, von denen die häufigste die Ölsäure ist. Diese ungesättigten Fettsäuren kommen – im Gegensatz zu gesättigten Fettsäuren aus tierischem Fett – in Pflanzenölen und Fischölen vor. Sie sind zur Senkung des Cholesterinspiegels unabkömmlich und tragen damit zu einer Verringerung des Risikos bei. Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erleiden. Bei einer Fettstoffwechselstörung sind die Fette im Blut einseitig und unausgeglichen. Man nennt dieses Krankheitsbild auch Dyslipidämie. Jahrzehntelange Forschungsarbeiten bestätigen, daß die Hauptursache einer Dyslipidämie auf falsche Ernährung zurückzuführen ist, in der zu viele tierische Fette (gesättigte Fettsäuren) vom Schwein, Rind und Geflügel gegessen und zu wenige pflanzliche Fette (ungesättigte Fettsäuren) wie Sonnenblumenöl und Olivenöl und Fisch aufgenommen werden. Somit ist die Ernährung sowohl für die Prävention als auch für die Behandlung von Dyslipidämie und koronarer Herzkrankheit ein entscheidender Faktor.

 

2. Wirkung von Olivenöl auf Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und koronare Herzerkrankungen
Die mediterrane Lebensweise zeichnet sich u.a. durch eine Ernährung aus. die einen niedrigen Gehalt an gesättigten Fettsäuren (Geflügel, Schweine- und Rindfleisch) hat und reich an ungesättigten Fettsäuren (Olivenöl, Sonnenblumenöl, Fisch), Ballaststoffen, pflanzliche Kohlehydrate und Mikronährstoffen ist. Diese Zusammensetzung ist besonders geeignet zur Senkung des Blutdruckes, bei Diabetes, Thrombose und koronaren Herzerkrankungen. Die Gesamtfettaufnahme beträgt dabei nicht mehr als 30%, wobei die Linolsäure allein ein Drittel davon einnimmt. Die Linolsäure (in Sonnenblumen-, Distel- und Sojaöl) zählt zu den mehrfach ungesättigten Fettsäuren und ist obendrein eine „essentielle“ Fettsäure, d.h. sie kann vom Körper nicht selbst hergestellt werden und muß mit der Nahrung aufgenommen werden. Bei Diabetikern und übergewichtigen Personen ist neben einer gesunden Ernährungsweise auch auf die Normalisierung des Körpergewichtes zu achten. In westlichen Industrieländern entspricht die tatsächlich aufgenommene Menge an Fett etwa dem Doppelten der empfohlenen Richtmenge, wobei es sich hauptsächlich um die „ungesunden“ gesättigten Fettsäuren handelt. Dies kann das Thromboserisiko steigern und zu Übergewicht führen, was wiederum eine Reihe von Erkrankungen nach sich ziehen kann. Durch eine mediterrane Ernährungsweise, welche die Energieaufnahme optimiert, wird so auch Übergewicht und Thrombose-Erkrankungen vorgebeugt. Ein entscheidender Ansatz für die Sekundärprävention der koronaren Herzerkrankungen ist eine intensive Behandlung aller Risikofaktoren. Es ist inzwischen wissenschaftlich belegt, daß eine Kost mit einem hohen Anteil an einfach ungesättigten Fettsäuren, wie sie im Olivenöl vorkommen, positive Auswirkungen auf Hyperlipidämie (zu hoher Fettgehalt im Blut) und Bluthochdruck besitzen und auch direkte Schutzwirkung durch antioxidative Effekte entfalten können.

 

3. Wissenschaftliche Grundlage für Olivenöl, mediterrane Ernährungsweise und Krebsvorbeugung
Krebserkrankungen sind die Ursache von rund 20% aller Todesfälle in Europa. Dabei ist die Krebssterblichkeit in Nord- und Westeuropa auffällig höher als in den Mittelmeerländern. Die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Krebsentstehung sind sehr komplex und noch nicht vollständig aufgeklärt. Man nimmt jedoch an, daß etwa 10-70% aller durch Krebs verursachten Todesfälle auf Ernährungsfehler zurückzuführen sind. Die Erkenntnisse darüber stammen größtenteils aus epidemiologischen Studien, in welchen ein Zusammenhang zwischen dem Gesamtfettgehalt der Nahrung und verschiedenen Tumorarten nachgewiesen werden konnte. Es handelt sich dabei um besonders häufige Krebserkrankungen wie Dickdarm-, Brust-, Gebärmutterschleimhaut-, Eierstock- und Prostatakrebs. Dabei korreliert der Pro-Kopf-Verbrauch von tierischem Fett positiv mit der Mortalitätsrate. Besonders deutlich zeigt sich die Beziehung zwischen der Aufnahme von tierischen Fetten und dem Risiko von colorektalen Tumoren, was sich durch eine geringere Mortalität an Dickdarmkrebs in Ländern wie Griechenland, Spanien und Süditalien auszeichnet. Wie man jüngst festgestellt hat, zeigen pflanzliche öle wie Olivenöl, das einen hohen Gehalt an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren enthält, einen effektiven Schutz vor Brustkrebs, was ein deutlich vermindertes Auftreten dieser Krebsart im Mittelmeerraum zeigt.
Des weiteren weiß man inzwischen, daß ein täglicher hoher Konsum an frischem Obst und Gemüse vor verschiedenen Krebserkrankungen schützen kann. Hauptwirkstoffe sind die sogenannten Phytamine, welche im Obst und Gemüse vorkommen und ein vielfältige antikarzinogene Wirkung haben, indem sie freie Radikale abfangen und dadurch das immunsystem stabilisieren. Als Phytamine werden alle sekundären Pflanzen Stoffe, Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, essentielle Aminosäuren und Enzyme bezeichnet. Für einen Schutzeffekt ist nicht nur ein einzelner sondern die ausgewogene Kombination aller Faktoren notwendig. Es gibt verschiedene epidemiologische Untersuchungen, die darauf hindeuten, daß der regelmäßige Verzehr von Olivenöl eine effektive Schutzfunktion auf verschiedene Krebserkrankungen hat.

 

4. Wissenschaftliche Grundlage für Olivenöl und Arteriosklerose, einfach ungesättigte Fettsäuren, Antioxidantien und LDL-Oxidation
Cholesterin wird im zirkulierenden Blut von kugelförmigen Fett-Eiweiß-Partikein transportiert, den Low-Densitiy-Lipoproteinen (LDL). Man weiß inzwischen sehr genau, dass erhöhte LDL-Cholesterinwerte das Risiko steigern, an Arteriosklerose und koronarer Herzkrankheit zu erkranken. Entscheidend ist dabei, dass LDL durch Oxidationsreaktion chemisch verändert werden kann. Diese sogenannte LDL-Oxidation ist die eigentliche Ursache dafür, dass LDL-Partikel an der Arterienwand abgelagert werden können und auf diese Weise der Arteriosklerose den Weg bahnen. Durch verschiedene wissenschaftliche Studien hat man herausgefunden, dass der Ernährung dabei eine wirksame Prophylaxe zukommt. Die im Olivenöl vorkommenden einfach ungesättigten Fettsäuren (Ölsäuren) bieten aufgrund ihrer Stabilität einen gewissen oxidativen Schutz. Dieser wird noch erhöht durch Vitamin E (a-Tocopherol) und phenolische Verbindungen (z. Bsp. Oleuropein), welche freie Radikale abfangen und dadurch vor einer Oxidation schützen. Auch in tierexperimentellen Untersuchungen wurde gezeigt, daß ölsäurereiche LDL-Partikel , die nach Fütterung mit Ölsäure gebildet wurden, sehr resistent gegen oxidative Angriffe waren. Auch bei der Entstehung von chronischen Erkrankungen wie Arthrose, Rheuma koronare Herzerkrankungen und Krebs werden oxidative Einflüsse stark vermutet. Zahlreiche Studien, welche mit Probanden aus dem Mittelmeerraum gemacht wurden, belegen heute, daß mit der Nahrung aufgenommene Antioxidantien, wie sie beispielsweise im Olivenöl vorkommen, vor einer LDL-Oxidation schützen können.

 

5. Olivenöl und der Gastrointestinaltrakt
In den westlichen Industriestaaten sind Magen- und Gallensteinerkrankungen sehr verbreitet, teilweise leiden in Europa und Nordamerika bis zu 38 % der Bevölkerung an Gallensteinen. Eine 1989 von Linos durchgeführte Studie zum Zusammenhang zwischen Nahrungsfetten und Gallensteinerkrankungen ergab, daß von allen möglichen Nahrungsfaktoren der Verzehr von tierischen Fetten als einziger positiver statistisch signifikanter Faktor auftrat. Interessanterweise stand der Verzehr von nativem Olivenöl in größeren Mengen in einem schützenden Zusammenhang mit dieser Krankheit. Außerdem stellte man fest, daß der tägliche Verzehr von Olivenöl sich günstig auf den Gastrointestinaltrakt auswirkt, indem es die Magensäuresekretion verringert und der Gallensteinbildung vorbeugt. Des weiteren unterstützen die Ölsäuren im Olivenöl die Magen-Darm-Motilität und die Magenentleerung, was eine Beschleunigung der Darmpassage und damit eine Verhinderung von Sodbrennen und Stoffwechselstörungen mit sich bringt.

 

6. Gesundheitsfördernde Wirkung der sekundären Pflanzenstoffe von Olivenöl
Sekundäre Pflanzenstoffe (Sekundärmetabolite) gehören zu den Phytaminen, welche bei der Krebsprävention eine wichtige Rolle zu spielen scheinen. Sie kommen vor allem in frischem Obst und Gemüse und in Olivenöl vor. Die sekundären Pflanzenstoffe in Olivenöl lassen sich unterscheiden in Tocopherole, Phenole, Geschmacks- und Aromastoffe, Kohlenwasserstoffe und Sterine. Phenolische Verbindungen wie Oleuropein sind in großer Menge im Olivenblatt enthalten, lassen sich jedoch auch im Olivenöl in viel geringerer Menge nachweisen. Die sekundären Pflanzenstoffe sind in der Pflanze zwar in geringer Menge vorhanden, wirken jedoch in einem synergistischen Prinzip, d. h, ein Zusammenspiel alier Wirkstoffe führt zu einem entscheidenden Ergebnis. Oft bilden Pflanzen diese Sekundärmetabolite aus. um eine eigenes Abwehrsystem zu erstellen, womit sie sich gegen Pilze und Bakterien schützen können. Es sind also biologisch aktive Pflanzenstoffe, welche für die Pflanze einen sogenannten Gesundheitsschutz darstellen. Nun weiß man heute, daß einige dieser Stoffe auch beim Menschen einen wirksamen Schutz vor Oxidation zeigen und dadurch das Immunsystem stärken. Einige dieser Stoffe sind Carotinoide (Karotte), Terpene (Zitrone), Flavonoide (Heidelbeere, Zwiebel) und Phenolsäuren (Olivenöl und vor allem Olivenblatt). Neben den phenolischen Verbindungen, zu denen die Phenolsäuren gehören, gibt es noch andere wichtige sekundäre Pflanzenstoffe mit gesundheitsfördernder Wirkung, welche im Olivenöl nachgewiesen sind. Dazu gehören Kohlenwasserstoffe und Sterine. Erstere umfassen wiederum eine größere Gruppe, unter welchem die Substanz Squalen eine bedeutende Rolle spielt. Dieses Triterpen ist unter anderem Zwischenprodukt der Cholesterinbiosynthese und kommt im Olivenöl in hohen Konzentrationen von ca. 400 mg/100g natives Olivenöl vor. Mit der Nahrung aufgenommene Squalene zeigen eine deutliche antikanzerogene Wirkung, vor allem im präventiven Bereich. Cholesterin gehört zu der Gruppe der Sterine. Es ist ein wesentlicher Bestandteil der Zellmembran und wird ausschließlich von tierischen Organismen synthetisiert und sollten eher in kleinen Mengen zu sich genommen werden. Pflanzliche Sterine (Phytosterine) hingegen erniedrigen den Cholesterin-Spiegel im Blut des Menschen und verringern somit das Risiko, an LDL-oxidativ bedingten Prozessen wie Arteriosklerose zu fördern. Auch Phytosterine mindern das Krebsrisiko, wie eine Studie aus Uruguay über die Reduzierung von Magenkrebshäufigkeit durch präventive Einnahme von Phytosterinen berichtet.

 

7. Olivenöl und Heilkräuter
Olivenöl ist auch ein ideales Basisöl. um Kräuterauszüge herzustellen, z.B. mit getrocknetem Johanniskraut oder Lavendelblüten. Ölmischungen mit Heilkräutern werden besonders zum Betupfen von schlecht heilenden Wunden, für Umschläge bei Hauterkrankungen wie Psoriasis (Schuppenflechte) und Neurodermitis. Verbrennungen und Erfrierungen sowie für Massagen und als Badezusatz empfohlen. Mit Johanniskrautöl, das am bekanntesten ist, können depressive Verstimmungen ebenso wie Gallen- oder Leberbeschwerden, Gicht und Verstauchungen gelindert oder geheilt werden.