Rund um das Olivenöl

 

Olivenöl – das flüssige Gold der Antike!
Der griechische Philosoph Demokrit berichtete, dass man hundert Jahre alt werde, wenn man innerlich Honig und äußerlich Öl anwende – und der römische Naturforscher Plinius behauptete:“ Zwei Flüssigkeiten sind es, die dem menschlichen Körper angenehm sind, innerlich der Wein und äußerlich das Olivenöl, die beide von Bäumen stammen, aber das Öl ist das Notwendigere.“ Man benutzte Öl wie Seife oder rieb sich nach der Körperreinigung damit ein, wie die Olympioniken und später auch die Gladiatoren.
Wissenschaftler und Ernährungsexperten raten heute zur gesunden Mittelmeerkost, in der Olivenöl eine überragende Rolle spielt. Und immer mehr Kosmetikhersteller entdecken das „ grüne Gold “ für ihre Pflegeserien. Erstens, weil es reich an Vitamin E ist. Zweitens, weil das enthaltene Polyphenol die Haut vor freien Radikalen schützt. Und drittens, weil es 100% natürlich ist.

 

Olivenöl als Hautpflegemittel
Schon in der Antike war Olivenöl als Hautpflegemittel bekannt. Das klassische Ölbad der Kleopatra bestand aus 1 L Milch und 2 EL Olivenöl, das dem Badewasser beigegeben wurde.
Man stillte blutende Wunden und linderte Juckreiz, setzte es unter Anderem bei Nesselstichen, Brandwunden und Hautrissen ein. Auch gegen Kopfschmerzen wurde es äußerlich aufgetragen.
Auch in der Bibel finden sich zahlreiche Hinweise auf die heilkundliche Wirkung von Olivenöl:

– zur Körper- und Krankenpflege

– Olivenöl als Grundlage für Salben, Balsamen, Pasten und Salbölen.

In der westlichen Heilkunde ist Olivenöl seit dem 12. Jhd. als Heilmittel bekannt.
Hildegard von Bingen empfahl einen Tee aus den Blättern und der Rinde des Olivenbaums und die äußerliche Anwendung bei Kopf- und Lendenschmerzen.

In der Naturheilkunde wird Olivenöl seit Langem zur Herstellung von Ölauszügen (bsp. Johanniskrautöl), zur Massage und als Hautpflegeöl verwandt.
In den Herkunftsländern gilt Olivenöl mit Zitronensaft vermischt als wirksames Mittel gegen Sonnenbrand.

 

Heute kennt man im Olivenöl rund 1.000 aktive biologische Inhaltsstoffe:

Vitamine: Vitamin E fördert die Elastizität und Belastbarkeit der Haut, ist ein Immunstärker und schützt die Zellen. Es bremst die krebserregende Wirkung von Umwelteinflüssen (Sonne, Schadstoffe).

Squalan: Ölbestandteil, der in nicht unerheblicher Menge im menschlichen Hautfett vorkommt. Es ergänzt den hauteigenen Hydrolipidfilm. Die Haut ist von einer Emulsion von Wasser (hydro) und Fett (lipos) überzogen. Es vermittelt ein angenehmes, samtiges Hautgefühl.

Sterine bzw. Phytosterine: Kommen in jeder Zelle vor, sind ein Teil des Hautfetts – wichtig für die Wasseraufnahmefähigkeit der Haut, verringern also auch die Wasserabgabe (Austrocknung) des Gewebes.

Phenole: haben eine antioxidative Wirkung und entzündungshemmende Effekte, z. B. das Oleuropin. Vor Allem die Kombination der Phenole im Olivenöl hat eine größere Wirkung als einzelne oder die Verbindung einzelner Phenole.

Geschmacks- und Aromastoffe: Diese, in den Blättern und Früchten enthaltenen Verbindungen wirken antimikrobiell gegen eine Reihe unterschiedlicher Mikroorganismen. Hiermit schützt sich der Olivenbaum gegen Angriffe von Mikroben und Insekten. Diese Stoffe sind allerdings nur in guten, ausschließlich kaltgepressten und nicht im raffinierten Olivenöl enthalten.

 

Wirkt: von Außen wie von Innen

Wesentliche Voraussetzung für ein hochwertiges Öl – und somit für ein entsprechend hochwertiges Pflegeprodukt – ist die Art und Weise des Anbaus, der Ernte und insbesondere der Pressung.
Die Olive ist eine sehr empfindliche Frucht und sollte bei der Ernte nicht verletzt werden, da sich die hierbei einsetzende Oxidation nachhaltig negativ auf die Qualität des Öls auswirkt. Auch sollte es sich immer um eine so genannte „ erste Kaltpressung “ handeln.

Allerdings sind neben dem Öl sowie dem Olivenblattextrakt auch die weiteren verwendeten Wirkstoffe und deren Gesamtkomposition von erheblicher qualitativer Bedeutung, insbesondere im Hinblick auf unterschiedlicher Hauttypen.
Die Anwendung hochwertiger, olivenölbasierender Pflegeprodukte ist für nahezu alle Hauttypen unproblematisch und durchaus vorteilhaft.Dies gilt auch für fettige und unreine Haut bis hin zu Ausprägungen durch Couperose und Psoriasis.

Als Badezusätze bereits für die Kleinsten, als After Shave Balm für den Mann bis hin zur effektiven und schonenden Anti Aging – Behandlung. Dieses Multitalent ist universell einsetzbar.

Gerade im Bereich der Anti Aging – Behandlung, können derartige Produkte ein wahrhaft natürlicher Jungbrunnen sein.

Olivenöl kann grundsätzlich in allen kosmetischen Darreichungsformen verarbeitet werden. Von Seifen bis Körperölen, Cremes und Masken sowie Bodylotion, Duschgel, Hand- und Fußcremes bis hin zu Shampoos und Conditioner. Spezialisten bieten bereits hochwirksame Seren an, die die Haut nicht nur durchfeuchten sondern das Pflegeergebnis insgesamt deutlich optimieren.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass hochwertiges, reines Olivenöl alle Voraussetzungen mitbringt, um als Körperpflegemittel zu dienen. Es entspricht in seiner Fettsäuren-Zusammensetzung fast derjenigen des Unterhautfettgewebes. Die vielen sekundären Pflanzenstoffe, welche auch wichtig sind für die Stabilität und Haltbarkeit des Öls haben eine außerordentlich positive Wirkung auf die Gesundheit. Olivenöl enthält eine große Anzahl strukturell unterschiedlicher Komponenten, teils auch in geringer Konzentration. Diese Pflanzenstoffe (Vitamine, Phenole, Sterole, Squalan und Aromastoffe) sind mitverantwortlich für den einzigartigen Geschmack und Aroma des Öls. Sie verhindern die beispielsweise durch freie Radikale verursachte Oxidation von Lipiden. Vor Allem die Kombination dieser sogenannten sekundären Pflanzenstoffe hat einen synergistischen Effekt; d. h. die gesundheitsfördernde Wirkung des Olivenöls ist größer als die Wirkung der einzelnen Stoffe an sich. Das Vorhandensein dieser Substanzen im Olivenöl zusätzlich zu dessen günstiger Fettzusammensetzung ist der Hauptgrund, das Olivenöl allen anderen Ölen in der Körperpflege vorzuziehen. Oft genug wird leider billiges Erdöl in kosmetischen Artikeln verwandt, welches einzig einen Film auf der Haut bildet und so ein gepflegtes Gefühl verursacht, gleichzeitig aber die Einschleusung pflegender Stoffe verhindert.

Um dem Verbraucher zu verdeutlichen, wie wichtig der Einsatz solch natürlicher Produkte nicht nur in der Ernährung sondern speziell auch in der Kosmetik und Pflege ist, bietet sich zwangsläufig der direkte Vergleich mit den – leider – häufig verwendeten Mineralölen an.

 

Olivenöl versus Mineralöl
Die Wirkung der Mineralöle auf der Haut

Mineralöle sind gesättigte Kohlenwasserstoffketten. Diese legen einen Film auf die Haut, der nicht wasserlöslich ist – also auch bei der Reinigung wird dieser nicht komplett entfernt, sondern lediglich aufgebrochen. Die Haut wird regelrecht abgedeckt (Okklusion). Die Haut fühlt sich durch diesen Film sehr weich an.

Aber welchen Nährwert hat Paraffinöl für die Haut?

Mineralöle enthalten keinerlei Vitamine oder Spurenelemente und weisen keinerlei Nährwert auf. Selbst Mikroorganismen können aus diesen Ölen keinen Nährstoff aufnehmen. Darin begründet sich auch die lange Haltbarkeit dieser Stoffe. Die industrielle Kosmetik macht von diesen mineralischen Ölen aufgrund eben dieser guten Haltbarkeit häufig reichlich Gebrauch, denn es ist billig. Es neigt nicht zum Ranzigwerden oder zur Verkeimung – das mögen nicht mal die Bakterien, weil es zu tot ist. Und in Forschungslabors werden Mineralöle zum Abdichten von Proben verwendet – ein paar Milliliter schließen Proben luftdicht ab.

Was aber passiert nun unter diesem Film?

Verständlicherweise wird durch diesen Film auf der Haut die natürliche Hautatmung verhindert. Es bildet sich zunächst einmal eine Art Hitzestau, da ja keine Verdunstung und somit Kühlung der Hautoberfläche mehr stattfinden kann.
Für Menschen mit Neigung zu erweiterten Blutgefäßen (Couperose) wird dieser Effekt sehr schnell deutlich, da die Blutgefäße durch die gestaute Wärme permanent überdehnt werden.

Durch die Wärme verdunstet auch die Feuchtigkeit der Haut schneller. Dieser Effekt ist nicht sichtbar – das verdunstete Wasser schlägt sich an der Unterseite des Ölfilms, in der Hornschicht der Haut nieder. Optisch wirkt die Haut prall.

Bei der Reinigung wird der Film nun aufgebrochen und die gestaute Feuchtigkeit entweicht aus der Hornschicht – dann fühlt sich die Haut trocken an und es kann zu Spannungsgefühlen kommen.
Die lebendigen Hautzellen in der Tiefe der Haut sind der Feuchtigkeit beraubt und in ihren Funktionen beeinträchtigt.

Langfristig wird der Hautzustand stark geschädigt, die Haut verdurstet förmlich unter der vermeintlichen Pflege.

Weiterer unangenehmer Nebeneffekt – diese Paraffine sind in hohem Maße komedogen, d. h. sie verursachen Mitesser und können sogar akneähnliche Erkrankungen hervorrufen. Durch die „ versiegelte “ Hautoberfläche wird der Talgabfluss gehemmt und der oben erwähnte Erwärmungseffekt sorgt für ein feuchtwarmes Klima – ein ideales Klima also für die Vermehrung von Bakterien.
Die entstehenden Mitesser sind sehr dick und lassen sich leicht entfernen. Sie entstehen auch an eher mitesser-untypischen Stellen, beispielsweise direkt an der Lippe.

Ein Forschungsteam einer schwedischen Universität hat nachgewiesen, dass durch die wasserunlöslichen Paraffine der Hydro-Lipid-Film (Säureschutzmantel) immer schwächer wird und auch seine Fähigkeit sich wieder aufzubauen verliert.

 

Woran erkennt man nun ein hochwertiges Olivenölprodukt

Ein gutes Olivenöl-Pflegeprodukt steht nicht auf der Haut, zieht schnell ein und hat einen hohen pflegerischen Wirkungsgrad – selbst bei sparsamer Anwendung.

In einem so sensiblen Bereich wie Kosmetik und Gesundheit sollte der Focus in jedem Fall auf Klasse und keinesfalls auf Masse gerichtet sein. Man muss also genau prüfen und hier nicht am falschen Ende sparen, denn das eingesetzte Öl sollte unbedingt durch ein qualifiziertes Labor oder durch das Deutsche Olivenöl Panel getestet bzw. untersucht worden sein.

Somit scheiden – kritisch betrachtet – Billigprodukte aus, denn die Herstellung hochwertigen Olivenöls – und nur hiervon sprechen wir! – ist äußerst arbeits- und kostenintensiv.

Allerdings gibt es auch hier Grenzen: eine hochwertige Olivenöl – Gesichtscreme zu 50ml sollte – unseres Erachtens – die € 50,– Grenze jedenfalls nicht überschreiten.